Städte Städte Städte

„Schliesse dein leibliches Auge, damit du mit dem geistigen Auge zuerst siehst dein Bild. Dann fördere zu Tage, was du im dunkeln gesehen, dass es zurückwirke auf andere von Aussen nach Innen.“Caspar David Friedrich (1774 - 1840)

Es gibt immer weniger Künstler, die Stadtlandschaften, Stadtansichten, Stadtmotive vor Ort aquarellistisch neu gestalten, obwohl das Thema Stadt mit diversen Architektur-Stilepochen eine nie versiegende Themenquelle ist.

Für „sehende“ Künstleraugen ist es ein Faszinosum, wo tausende, hunderttausende Menschen in ganz alten, neuen, hypermodernen Gebäudekomplexen- sozusagen Tür an Tür- arbeiten, wohnen, leben, lieben, leiden, schlafen. Jede Stadt hat eine historisch gewachsene Vergangenheit, einen Stadtkern, eine spezivische Umgebung und Atmosphäre.

Während des Erdendaseins haben viele Menschen den unwiderstehlichen Drang, in dieser oder jener „Traumstadt“, zumindest zeitweise, leben zu wollen. Bei Betrachtung der Buchbilder könnte diese Sehnsucht in uns wieder aufsteigen, da oder dort ein neues Leben zu beginnen.

Bernhard Vogel malt seit Beginn seiner Karriere mit hellwacher Begeisterung und Intuition Städtebilder in Europa und Übersee. Und nun überrascht er uns wieder mit 50 Städte-Aquarellen. Unter Berücksichtigung motivischer Charakteristika malt er Städte so, wie er sie sieht: Ungewöhnlich – abgründig – seelentief.

„Wenn ich beim malen denke, ist alles verloren.“
(Paul cé Zanne)

Diesen Satz könnte auch Bernhard Vogel gesagt haben. Für Augenmenschen gibt es keine hässlichen Städte, denn in sogenannten Scheußlichkeiten und Bausünden ist auch verborgene Schönheit enthalten. Bernhard Vogel besitzt die seltene Gabe, hinter dem „schönen Schein“ mystische Tiefe darzustellen. Es ist faszinierend mitanzusehen, wie er auf weisse Büttenpapiere Stadtansichten hinzaubert, jedoch das „WIE“ ist nicht erlernbar.

„Jeder Künstler ist seine eigene Akademie.“
(Max Liebermann)

Die sichtbare Stadt ist für den Salzburger Künstler nur Anlass, Wunsch- und Seelenbilder neoromantisch/expressiv zu malen. Es sind im weitesten Sinn des Wortes Abbilder seiner selbst. Es wäre nicht ehrlich, in einem anderen Stil, mit einer anderen Handschrift zu malen.

Erfreuen wir uns jetzt, morgen und übermorgen, also immer, an Bernhard Vogels genial gemalten Städtebildern.

Abschließend: Das Abenteuer „Städtebiler“ ist für Bernhard Vogel ein Lebensthema. Es sind spannende Malexpeditionen im europäischen Raum mit gelegentlichen Abstechern in die Vereinigten Staaten. Seit 10 Jahren begleite ich den Künstler auf Malreisen und musste feststellen, dass er als Städtemaler ein Be-rufener, ein Aus-erwählter ist. Er wird auch in nächster Zeit Städte, die seine Neugierde wecken, malen, solange sie ihn künstlerisch faszinieren. Als Sammler seiner Bilder komme ich oft in Bedrängnis, welche Stadtansicht wird dieses Mal das Rennen machen. Als Wahlsalzburger bleibe ich dann (nicht immer ) bei einem Salzburgbild hängen. Sammeln ist für Sammler ein lebensnotwendiges Elixier. Mit einem Wort: Ich dürste immer nach neuen Städtebildern von Bernhard Vogel.