Cellesche Zeitung Dezember 2014

Cellesche Zeitung Nov. 2014 über die Ausstellung in der Galerie Koch

Klaus Zimmer Autor: Klaus Zimmer, am 05.12.2014 um 09:52 Uhr Cellesche Zeitung

Bernhard Vogel und „sein“ Italien in der Galerie Koch in Hannover

Sprechen die Aquarelle von Bernhard Vogel, an den Wänden der Galerie Koch, nicht für sich selbst? Bedarf es der einführenden Worte, um das im Grunde Unsagbare erklären zu wollen? Man spürt es gleich: Hier setzt sich ein Künstler mit langjähriger Erfahrung und ganz individueller Handschrift mit den Details seines Gegenübers auseinander, erfasst in großen, darum nicht groben Farbbahnen, Feldern und Flecken das Sichtbare, fügt jedem Ding, ob Architektur oder Landschaft, sein Eigenleben hinein und komponiert daraus das überzeugend musikalisch anmutende „Made in Italy“ hinzu.

Der 1961 in Salzburg geborene Bernhard Vogel ist ein begnadeter Kolorist. In rascher Abkürzung, zuweilen bis zum Chiffre, um durch den Pinselschlag die Dichtigkeit des Erlebens zu bewahren, sind solche Arbeiten auf dem Papier fast selbstständig gewachsen, nicht selten auch zur Überraschung des „Autors“. Das Spiel mit den Farben ist für Vogel das zentrale Anliegen, führt zu diesen Akkorden, die festlich aufrauschen.

Dieser Maler ist ein Einzelgänger, der seine Bilder ausschließlich aus konkreten Teilen des erlebten Augenblicks zusammenfügt. Und er lässt Gewebe entstehen, Entfesselungen des fließend strömenden Pinsels, voll der Inspiration und aggressiv unterstützt durch farbige und farblose Rinnsale, Linienwirbel, die mit ihrer Unberechenbarkeit diese Städte-Dramen zaubern.

Vor diesen großformatigen Aquarellen können die Augen spazieren gehen. Es sind keine Erzählungen, sondern sie verbinden das Gefühl, eine Partitur zu lesen. Ob nun der Gardasee, die Türme von San Gimignano, die Piazza San Pietro in Rom oder Bassano del Grappa in Veneto, mit Ausnahme der großen Leinwand Rio di San Andrea, Venedig (ein expressives Meisterstück) – wer kann sich der Kraft dieser Bilder entziehen?

Italien, schon seit Jahrhunderten das Land faszinierender Städte, Ziel so unendlich vieler Maler und Dichter, immer wieder ein Magnet für den Salzburger Vogel. Seine Werke, zu sehen in vielen renommierten Sammlungen wie Akademie der Künste, Wien, sowie der Albertina, Wien, und in der Staatlichen Grafischen Sammlung München, werden bereits seit 1993 in der Galerie Koch vorgestellt.

Die Ausstellung ist bis zum 31. Dezember in der Galerie Koch, Königstraße 50, zu sehen, dienstags bis freitags, 10 bis 18 Uhr, Sonntag, 11 bis 14 Uhr.